Sprungtechnik: Bein anziehen oder anwinkeln?

Du stehst vor dem Hindernis, nimmst Anlauf, springst — und danach fragst du dich: War das jetzt eigentlich richtig? Beim Hobby Horsing haben sich zwei Sprungtechniken durchgesetzt, und beide sind erlaubt. Der Unterschied liegt darin, was dein zweites Bein in der Luft macht. Hier erfährst du, wie beide funktionieren und welche gerade besser zu dir passt.

Das haben beide Techniken gemeinsam

Egal für welche Variante du dich entscheidest, der Ablauf bleibt derselbe:

Du springst mit deinem führenden Bein ab — im Rechtsgalopp also rechts, im Linksgalopp links. Das zweite Bein folgt zeitversetzt und gibt dir Stabilität in der Luft. Gelandet wird auf dem anderen Bein, danach nimmst du direkt wieder den Galopp auf. Dein Oberkörper bleibt dabei aufrecht, denn er stellt den Reiter dar, während deine Beine das Pferd sind.

Technik 1: Das Bein anziehen

Hier ziehst du dein zweites Bein nach oben zum Körper, das Absprungbein kommt kurz danach hinterher. Der Sprung sieht aus wie ein normaler Galoppsprung, nur höher und kontrollierter.

Diese Variante ist leichter zu lernen und deshalb der beste Einstieg, wenn du gerade erst anfängst zu springen. Sie hat außerdem einen praktischen Vorteil: Weil du kompakt bleibst, kommst du in engen Parcours mit vielen Wendungen schneller wieder in die Balance.

Technik 2: Das Bein anwinkeln

Bei dieser Variante winkelst du dein Bein parallel zur Stange an. Das hintere Bein wird anschließend seitlich angewinkelt und nach vorne gezogen. Ob du nach links oder nach rechts anwinkelst, entscheidest du selbst — beides ist korrekt.

Diese Technik wirkt dynamischer und sportlicher und wird deshalb häufiger in den höheren Klassen gezeigt. Sie verlangt aber mehr Körperspannung und Koordination, weil du in der Luft deutlich mehr steuern musst.

Welche Technik ist besser?

Keine von beiden. Beide gelten als korrekt, und du darfst frei wählen. Die Frage ist eher, wo du gerade stehst:

Fang mit dem angezogenen Bein an, wenn du neu im Springen bist, an deinem Absprungpunkt arbeitest oder an einem engen Parcours übst. Sicherheit und ein sauberer Rhythmus sind wichtiger als Optik.

Wechsle zum angewinkelten Bein, wenn dein Absprung sitzt, du sicher landest und dein Sprung mehr Ausdruck bekommen soll.

Am besten kannst du sowieso beides. Dann entscheidest du je nach Parcours und Aufgabe.

Vergiss deine Zügelhand nicht

Die schönste Beintechnik bringt nichts, wenn dein Pferd in der Luft herumschlackert. Halte den Stab ruhig und stabil — dein Hobby Horse soll den Sprung mitmachen, nicht dagegen arbeiten. Wackelt es stark, liegt es oft an einem zu langen oder zu schweren Stab.

So übst du beide Techniken

Stell ein Hindernis auf etwa 30 bis 40 cm ein, das reicht für den Anfang völlig. Zähle vor dem Sprung drei Galoppsprünge laut mit, damit dein Rhythmus gleichmäßig wird. Springe dann abwechselnd einmal mit angezogenem und einmal mit angewinkeltem Bein und variiere danach die Höhe.

Lass dich dabei filmen. In der Luft fühlt sich vieles anders an, als es aussieht — auf dem Handyvideo siehst du sofort, ob dein Oberkörper aufrecht bleibt und wo du Höhe verlierst.

Häufige Fragen

Welche Technik ist die richtige für Anfänger? Das angezogene Bein. Es ist einfacher zu koordinieren und du landest zuverlässiger.

Darf ich mitten im Parcours die Technik wechseln? Ja. Viele passen ihre Technik an das jeweilige Hindernis an.

Warum verliere ich beim Anwinkeln an Höhe? Meistens fehlt Körperspannung im Rumpf. Bau Kraftübungen für Bauch und Beine ein, dann kommt die Höhe von allein.

Was mache ich nach einer wackeligen Landung? Ruhig weitergaloppieren statt abrupt stoppen. Abbrechen mitten in der Bewegung führt eher zu Verletzungen als der Sprung selbst.