Das Hobby Horsing ABC

Hier findest du alle wichtigen Begriffe rund ums Hobby Horsing – von der Ausrüstung über Gangarten bis zu Wettkampfregeln. Ob Einsteigerin oder erfahrene Hobby Horserin: Diese Seite hilft dir, die Sprache des Sports zu verstehen.

A

Auffußen
Das bewusste Aufsetzen des Fußes beim Laufen. Im Hobby Horsing wird beim Trab und Galopp auf gleichmäßiges, federndes Auffußen geachtet – ähnlich wie ein echtes Pferd seinen Huf setzt.

Aufrichtung
Die aufrechte, gestreckte Körperhaltung der Reiterin während des gesamten Rittes. Eine gute Aufrichtung verbessert das Erscheinungsbild und wird in der Dressur bewertet.

Außenhand
Die Hand, die zur Außenseite der Bahn zeigt. In der Außenhand hält die Reiterin gleichzeitig den Stab des Hobby Horses und den äußeren Zügel.

Ausrüstung
Zur Grundausrüstung gehören: das Hobby Horse selbst, Zügel (aus beliebigem Material), festes Schuhwerk und sportliche, anliegende Kleidung. Gerten und Sporen sind im Wettkampf nicht erlaubt.

B

Bahnfiguren
Vorgefertigte Bewegungsmuster auf dem Dressurviereck, z. B. ganze Bahn, halbe Bahn, Zirkel, Schlangenlinien oder Volte. Sie werden in Dressuraufgaben vorgeschrieben und bewertet.

Beinschoner
Schutzausrüstung für die Beine der Reiterin. Im Wettkampf erlaubt, sofern sie keine Sturzgefahr darstellen.

Bodenstangen
Am Boden liegende Stangen, die als einfachste Hindernisform beim Springen eingesetzt werden. Ideal für Anfängerinnen.

D

Dressur
Eine der Hauptdisziplinen im Hobby Horsing. Auf einem standardisierten Dressurviereck werden vorgeschriebene Übungen in verschiedenen Gangarten gezeigt. Bewertet werden Rhythmus, Genauigkeit, Körperhaltung und Ausdruck.

Dressurviereck
Der rechteckige Reitplatz (beim echten Reitsport meist 20 × 40 m oder 20 × 60 m), auf dem Dressuraufgaben absolviert werden. Die Buchstabenmarkierungen (A, K, E, H usw.) dienen zur Orientierung.

Drehung
Eine Richtungsänderung, bei der Stab und Oberkörper gemeinsam in die neue Bewegungsrichtung zeigen.

DtHHV
Abkürzung für den Deutschen Hobby Horsing Verband e. V., gegründet im September 2023. Der DtHHV verantwortet das offizielle Regelwerk, die Ausbildung von Trainerinnen und Richterinnen sowie die Organisation von Meisterschaften.

E

Erweiterung des Raumgriffs
Das bewusste Vergrößern der Schrittlänge innerhalb einer Gangart, z. B. vom Arbeitstrab in den erweiterten Trab. Zeigt Athletik und Kontrolle.

F

Fellfarbe
Die Farbe des Hobby-Horse-Kopfes, nachempfunden echten Pferdefarben: Fuchs (rotbraun), Rappe (schwarz), Schimmel (weiß/grau), Brauner, Falbe oder Schecke. Viele Hobby Horserinnen wählen die Fellfarbe passend zu ihrer Traumrasse.

Fliegenhaube
Dekoratives Zubehör für den Pferdekopf des Hobby Horses, im Wettkampf zugelassen und bei vielen Hobby Horserinnen beliebt zur Gestaltung.

Freizeitreiten
Das Reiten ohne Wettkampfziel – einfach aus Freude an der Bewegung und am Hobby Horse. Auch das zählt offiziell als Hobby-Horsing-Disziplin.

G

Galopp
Die schnellste der drei Grundgangarten. Der Galopp ist ein dreitaktiger Sprunggang – die Reiterin hüpft mit einem führenden Bein. Links- und Rechtsgalopp werden unterschieden.

Galoppwechsel
Der Wechsel zwischen Links- und Rechtsgalopp, z. B. bei einem Richtungswechsel im Springparcours. Ein sauberer Galoppwechsel wird bewertet.

Gebissloses Trense
Ein Zaumzeug ohne Metallgebiss. Im Wettkampf erlaubt, wenn es mit Zügeln ausgestattet ist.

Geländelauf / Vielseitigkeit
Eine Disziplin, bei der ein Außenparcours mit natürlichen Hindernissen bewältigt wird. Kombiniert Ausdauer und Sprungtechnik.

Grüßen
Die formelle Begrüßung der Richterin zu Beginn und am Ende einer Dressuraufgabe. Die Reiterin hält an einem vorgegebenen Punkt an und neigt den Kopf.

H

Handwechsel
Der Richtungswechsel auf der Bahn. Dabei muss die Reiterin die Stab- und Zügelhaltung wechseln: Die äußere Hand (mit Stab) wird zur neuen Außenhand.

Hindernisfehler
Strafpunkt im Springreiten, wenn ein Hindernis berührt oder umgeworfen wird. Je nach Regelwerk gibt es dafür Zeitstrafen oder Fehlerpunkte.

Hobby Horse
Das Herzstück des Sports: ein realistisch gestalteter Pferdekopf auf einem kurzen Stab. Der Kopf ist mit Watte gefüllt, täuschend echt bemalt und oft selbst genäht. Springpferde sind leichter und kleiner als Dressurpferde.

Hobby Horserin / Hobby Horser
Die Person, die Hobby Horsing betreibt. Der Begriff ist geschlechtsneutral – alle Altersgruppen und Hintergründe sind willkommen.

Hobby Horsing
Aus dem Finnischen stammende Sportart, bei der Bewegungsabläufe des Reit- und Springsports mit einem Steckenpferd nachgestellt werden – ohne echte Pferde. Kombiniert Leichtathletik, Körperbeherrschung, Kreativität und Pferdeliebe.

Höchstzeit (HZ)
Die maximal erlaubte Zeit für einen Springparcours. Bei Überschreitung gibt es Strafpunkte.

Hufschlagfiguren
Bahnen und Figuren, die auf dem Reitplatz geritten werden: ganze Bahn, halbe Bahn, Zirkel, Volte, Schlangenlinie, Traversale usw.

I

Innenhand
Die Hand zur Innenseite der Bahn. Die Innenhand hält nur den inneren Zügel (ohne Stab).

Inklusion
Hobby Horsing ist ausdrücklich inklusiv – unabhängig von Körpertyp, Fitness, Alter, Geschlecht, Nationalität oder Beeinträchtigung. Das DtHHV-Regelwerk betont diesen Grundsatz.

K

Kür
Eine Freiübung zur Musik, in der die Reiterin eine selbst erstellte Choreografie zeigt. Bewertet werden Kreativität, Rhythmusgefühl und technische Ausführung.

L

Leichtathletik-Grundlagen
Hobby Horsing wird von Expertinnen als Leichtathletik beschrieben, die vom Reitsport inspiriert ist. Kondition, Koordination und Sprungkraft sind entscheidend.

Linienführung
Der Weg, den die Reiterin durch den Springparcours nimmt. Eine optimale Linienführung spart Zeit und verbessert die Absprungpositionen.

M

Mähne
Die aus Garn oder Kunsthaar gefertigte Mähne des Hobby Horses. Sie wird oft aufwendig gestaltet, geflochten oder mit Zöpfen versehen.

Martingal
Zusätzliches Zaumzeug-Zubehör. Im Wettkampf erlaubt.

O

Oxer
Ein Breitsprung-Hindernis mit zwei Stangen auf unterschiedlicher oder gleicher Höhe. Anspruchsvoller als ein einfacher Steilsprung.

P

Parcours
Die vorgegebene Strecke im Springwettbewerb mit 8–12 Hindernissen in festgelegter Reihenfolge. Der Verlauf wird vor dem Start bekannt gegeben, damit er eingelernt werden kann.

Passage
Eine sehr ausdrucksstarke, rhythmisch federnde Trabform. Im Hobby Horsing wird sie durch besonders federnde, langsame Trabbewegungen mit hoher Kniehebung dargestellt.

Piaffe
Trab auf der Stelle – eine anspruchsvolle Hochschullektion. Im Hobby Horsing zeigt die Reiterin schnelle, federnde Trittbewegungen, ohne sich vorwärts zu bewegen.

Pirouette
Eine Drehung auf der Stelle im Galopp um die Hinterhand. Zählt zu den schwierigeren Dressurlektionen.

R

Rennen
Eine Disziplin, bei der Geschwindigkeit im Vordergrund steht. Mehrere Hobby Horserinnen treten gleichzeitig auf einer Rennbahn gegeneinander an.

Rhythmus
Die Gleichmäßigkeit und Regelmäßigkeit der Gangarten. Guter Rhythmus ist ein zentrales Bewertungskriterium – besonders in der Dressur.

Richterin / Richter
Die Person, die Wettkämpfe beurteilt. Laut DtHHV-Regelwerk müssen Richterinnen einen Bezug zum Hobby Horsing haben; eine APO-Qualifikation aus dem Reitsport ist ebenfalls anerkannt.

S

Schritt
Die langsamste Gangart, ein Viertakt. Die Reiterin geht in einem gleichmäßigen, ruhigen Schritt.

Schlangenlinie
Eine Hufschlagfigur, bei der die Reiterin in weichen Bögen von einer Seite der Bahn zur anderen wechselt.

Selbst genäht
Die meisten Hobby Horses werden von Hand genäht – aus zwei Kopfhälften, einem Mittelstreifen und Füllwatte. Selbst genähte Pferde sind ein zentraler Teil der Hobby-Horsing-Kultur.

Springplatz
Der Bereich, auf dem Springwettbewerbe ausgetragen werden. Spezifikationen sind im DtHHV-Regelwerk festgelegt.

Steilsprung
Ein Hindernis mit einer einzelnen Stange oder Stangenreihe auf einer Höhe. Die grundlegendste Hindernisart im Springen.

Stellung
Die leichte seitliche Beugung des Hobby-Horse-Kopfes nach innen bei gebogenen Linien, sodass die innere Nüster sichtbar wird.

Steckenpferd
Der deutsche Begriff für Hobby Horse. Im modernen Hobby Horsing hat sich der englische Begriff jedoch weitgehend durchgesetzt.

T

Trab
Die mittlere Gangart, ein Zweitakt. Die Reiterin wechselt federnde Schritte links und rechts ab, mit einem kurzen Schwebemoment dazwischen.

Traversale
Eine Seitwärtsbewegung, bei der sich Hobby Horse und Reiterin gleichzeitig vorwärts und seitwärts bewegen. Eine anspruchsvollere Dressurlektio.

Trense
Das Zaumzeug des Hobby Horses, bestehend aus Kopfstück und Zügeln. Im Wettkampf muss die Trense geschlossene Zügel haben.

Turnier
Ein offizieller Hobby-Horsing-Wettbewerb. Die erste Deutsche Meisterschaft fand im September 2024 in Frankfurt statt, die zweite im Mai 2026.

Ü

Übergänge
Der Wechsel zwischen zwei Gangarten (z. B. von Trab zu Galopp oder von Galopp zu Schritt). Übergänge sollen fließend und am korrekten Bahnpunkt ausgeführt werden.

V

Versammlung
Das Zusammennehmen der Bewegungen – die Reiterin tritt kürzer, hebt die Knie höher und konzentriert die Energie. Im Gegensatz zur Erweiterung.

Volte
Ein kleiner Kreis (beim echten Reitsport 6–8 m Durchmesser), der auf der Bahn geritten wird. Testet Körperbeherrschung und Gleichgewicht.

Vorbereitungsplatz
Der Bereich neben dem Wettkampfplatz, auf dem sich die Hobby Horserinnen einspielen können.

Vorderzeug
Zusätzliches Zaumzeug-Zubehör zur Stabilisierung. Im Wettkampf erlaubt.

W

Western
Eine Disziplin, die sich am Western-Reitsport orientiert. Mit anderen Bewegungsabläufen und Ausrüstung als in der klassischen Dressur.

WBO
Die Wettbewerbsordnung der Deutschen Reiterlichen Vereinigung (FN), in die Hobby Horsing seit 2024 als breitensportlicher Wettbewerb aufgenommen wurde.

Z

Zirkel
Ein Kreis mit größerem Durchmesser (beim echten Reitsport 20 m), der als Hufschlagfigur geritten wird.

Zügel
Die Leinen, die an der Trense befestigt sind und die Verbindung zwischen Reiterin und Hobby Horse darstellen. Im Wettkampf müssen geschlossene Zügel verwendet werden.

Zügelhaltung
Die korrekte Art, Zügel und Stab zu halten. In der Außenhand liegen Stab und äußerer Zügel, in der Innenhand nur der innere Zügel. Bei jedem Handwechsel muss umgegriffen werden.